steuerrechtliche Tips

 

Es gibt 3 Wege zur steuerlichen Anrechnung von Textilpflege:

 

1. Vom Finanzamt anerkannte Berufsbekleidung ist die volle Abzugsfähigkeit, also voller USt. Vorabzug und Anrechnung als Betriebskosten zur Gewinnminderung möglich,  sofern die nachfolgenden rechtlichen Voraussetzungen vorliegen.

Hier finden Sie weitere Informationen zur Thematik 'Berufskleidung'>

Diese Erklärungen zur steuerlichen Anrechenbarkeit sind vorbehaltlich der Einzellfallbetrachtung des zuständigen Finanzamtes.

Bezüglich Ihrer individuellen steuerlichen Situation befragen Sie bitte ihren Steuerberater.

 

2. "haushaltsnahe Dienstleistungen"

Hier geht es primär bei der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Textilpflegeleistungen nur dann, wenn die Textilpflege im Haushalt selbst erbracht wurde ( z.B. Teppich und Polstermöbel im Hause des Kunden gereinigt etc )

Anlagen zum Thema Haushaltsnahe Dienstleistungen finden sie hier:

Checkliste.pdf

Haushaltsnahe Dienstleistungen.pdf

 

3. Steuer und-Abgabefreie 44 € Regelung durch den Arbeitgeber

Vorschriften zur Verwendung von Gutscheinen im Rahmen der sogenannten "44-Euro-Freigrenze".

Insbesondere sind folgende Punkte zu beachten:
- Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Reinigungsunternehmen
- Bezug einer bestimmten, der Art und Menge nach konkret bezeichneten Dienstleistung
- monatliche Weitergabe des Gutscheines an den Arbeitnehmer
- Bewertung im Zeitpunkt der Übergabe
- keine Betragsangabe in/auf dem Gutschein
- Zusammenrechnung mehrerer Sachbezüge je Arbeitnehmer

Die folgenden Erklärungen  ist  lediglich  ein Leitfaden und vorbehaltlich der Einzellfallbetrachtung des zuständigen Finanzamtes zu sehen.

 

Anlagen:

Gesetzliche Grundlage siehe Anlage EStG_8:

§ 8 Abs. 2 Satz 9 EStG:
Sachbezüge, die nach Satz 1 zu bewerten sind, bleiben außer Ansatz, wenn die sich nach Anrechnung der vom Steuerpflichtigen gezahlten Entgelte ergebenden Vorteile insgesamt 44 Euro im Kalendermonat nicht übersteigen.


§ 8 Abs. 2 Satz 1 EStG:
Einnahmen, die nicht in Geld bestehen (Wohnung, Kost, Waren, Dienstleistungen und sonstige Sachbezüge), sind mit den um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort anzusetzen

>> Anlage Einnahmen EstG_8

Zur Bewertung siehe Anlage LStR_8_1_4:

R 8.1 Abs. (1-4) LStR zur Frage der Bewertung

R 8.1 Abs. 2 Sätze 1 bis 3 LStR:
(...) sind nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG mit den um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreisen am Abgabeort im Zeitpunkt der Abgabe anzusetzen. Das ist der Preis, der im allgemeinen Geschäftsverkehr von Letztverbrauchern in der Mehrzahl der Verkaufsfälle am Abgabeort für gleichartige Waren oder Dienstleistungen tatsächlich gezahlt wird. Er schließt die Umsatzsteuer und sonstige Preisbestandteile ein.


R 8.1 Abs. 2 Satz 9 LStR:
Erhält der Arbeitnehmer eine Ware oder Dienstleistung, die nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewerten ist, kann sie aus Vereinfachungsgründen mit 96 % des Endpreises (>R 8.2 Abs. 2) bewertet werden, zu dem sie der Abgebende oder dessen Abnehmer fremden Letztverbrauchern im allgemeinen Geschäftsverkehr anbietet.

R 8.1 Abs. 3 Satz 2 LStR:
Für die Feststellung, ob die Freigrenze des § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG überschritten ist, sind die in einem Kalendermonat zufließenden und nach § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG zu bewertenden Vorteile - auch soweit hierfür Lohnsteuer nach § 39b Abs. 2 und 3 EStG einbehalten worden ist - zusammenzurechnen.

H 8.1 (1 - 4) "Warengutscheine "
- Beispiel 4:
Der Arbeitgeber gewährt auf Grund einer mit der Tankstelle getroffenen Vereinbarung seinem Arbeitnehmer folgenden Gutschein: "30 Liter Diesel". Nach Einlösung des Gutscheins rechnet die Tankstelle gegenüber dem Arbeitgeber ab. Der Arbeitgeber hat ermittelt, dass bei Hingabe des Gutscheins der Liter Diesel 1,419 ¬ kostete. Da die Ware konkret bezeichnet und kein Höchstbetrag angegeben ist, liegt ein Sachbezug vor; die 44-Euro-Freigrenze ist anwendbar. Unter der Voraussetzung, dass keine weiteren Sachbezüge im Sinne von § 8 Abs. 2 Satz 1 EStG im Monat gewährt werden, ist der Vorteil in Höhe von 40,86 ¬ (96 % von 42,57 ¬; >R 8.1 Abs. 2 Satz 9) deshalb steuerfrei.

>> Anlage LSrR _8_1_4 Bewertung Sachbezüge

 

 

Zum Zuflusszeitpunkt siehe Anlage LStR 38:

R 38.2 Abs. 3 LStR:
Der Zufluss des Arbeitslohns erfolgt bei einem Gutschein, der bei einem Dritten einzulösen ist, mit Hingabe des Gutscheins, weil der Arbeitnehmer zu diesem Zeitpunkt einen Rechtsanspruch gegenüber dem Dritten erhält.

Ist der Gutschein beim Arbeitgeber einzulösen, fließt Arbeitslohn erst bei Einlösung des Gutscheins zu.

>> Anlage LStR 28 Zufluss von Arbeitslohn

 

Zusammenfassend siehe Anlage OFD_Abgrenzung_07072005:

OFD-Verfügung S-2334 A - St 22 vom 07.07.2005:
Gibt der Arbeitgeber einen Warengutschein aus, der zum Bezug einer bestimmten, der Art und Menge nach konkret bezeichneten Ware oder Dienstleistung bei einem Dritten berechtigt, handelt es sich um einen Sachbezug, auf den die Freigrenze des § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG anzuwenden ist.

>> Anlage OFD_Abgrenzung_07072005

 

 

Ergänzend siehe Anlage OFD_Benzingutscheine:

OFD-Verfügung S-2334 - 281 - StO 212 vom 24.04.2008
Berücksichtigung der Freigrenze für Sachbezüge nach § 8 Abs. 2 Satz 9 EStG bei Benzingutscheinen

>> Anlage OFD_Benzingutscheine

>> Anlage Vereinbarung Kraftstoffgutscheine

___________________________________________

Im konkreten Einzelfall befragen sie bitte Ihren Steuerberater.
 

 

 

Zum Seitenanfang